FAHRPRAXIS
Die Maschine darf nur im 1. Gang angefahren werden. Dabei darf der Kupplungshebel nicht ruckartig losgelassen werden, denn dies kann einen heftigen Ruck oder gar eine Beschädigung des Motorrades verursachen. Die Drehzahlen sollten etwa so hoch sein, daß der Motor beim zügigen Einrücken der Kupplung nicht abstirbt.
Nachdem man eine Fahrgeschwindigkeit von 15 bis 20 km/h erreicht hat, darf auf den 2. Gang geschaltet werden. Nach dem Erreichen einer Geschwindigkeit von 25 bis 35 km/h wird auf den 3. und bei 45 bis 50 km/h - auf den 4. Gang geschaltet. Danach kann die Fahrgeschwindigkeit mit dem Gasdrehgriff geregelt werden.
Vor der Abfahrt sind die Bremsen auf Intaktheit zu prüfen. Zu diesem Zweck soll das Motorrad einige Male abgebremst werden.
Es empfiehlt sich nicht, längere Zeit im 1. oder 2. Gang zu fahren, wenn es nicht durch Straßenbedingungen geradezu gefordert wird, denn der Motor entwickelt dabei hohe Drehzahlen, erfährt eine mangelhafte Kühlung und wird demzufolge einem stärkeren Verschleiß ausgesetzt. Außerdem soll man sich bei der Fahrt in niederen Gängen mit einem erhöhten Kraftstoffverbrauch abfinden.
Für eine rapide Senkung der Fahrgeschwindigkeit soll das Motorrad abgebremst werden. Hierfür sind drei Verfahren bekannt: Bremsung mit den Bremsen, mit dem Motor oder gleichzeitig mit den Bremsen und dem Motor.
Vom erstgenannten Bremsverfahren kann Gebrauch gemacht werden, wenn es nötig ist, das Motorrad bei guter Straßenhaftung zum Stopp zu bringen. Zu diesem Zweck Kupplung ausrücken, zugleich Motordrehzahlen vermindern und den Fußbremshebel für die Betätigung der Hinterrad- und der Seitenwagenradbremse sowie den Handbremshebel zur Betätigung der Vorderradbremse zügig durchdrücken. Beim gleichzeitigen Abbremsen sämtlicher Fahrzeugräder ist die Stabilität des Motorrades bei weitem höher, als es bei der Betätigung nur einer seiner Bremsen der Fall ist.
Zum Bremsen mit dem Motor sollen zunächst die Motordrehzahlen vermindert werden, ohne dabei die Kupplung auszurücken. Sollten die Drehzahlen beim Motorbremsen allzustark vermindert werden, dann gilt es, die Kupplung auszurücken, damit der Motor nicht abstirbt. Das Motorrad wird ggf. durch Betätigung der Vorder- und der Hinterradbremse zum Stehen gebracht. Mit dem Motor läßt es sich bei längeren Bergabfahrten und auf geraden Straßenstrecken, sowie zur Verminderung der Fahrgeschwindigkeit auf rutschiger Fahrbahn erfolgreich bremsen.
Ein gleichzeitiges Bremsen mit dem Motor und mit den Radbremsen wird auf steilen Bergabfahrten sowie beim Fahren auf rutschiger Fahrbahn ausgeführt, um das Fahrzeug nicht in Schleudern kommen zu lassen. Es soll zügig und geradezu gefühlvoll gebremst werden. Bei einem gefühllosen Durchdrücken der Bremsen kann die Maschine ins Schleudern geraten und gar