Vorderradbremse. Mit ihren halbkugelförmig ausgebildeten Sitzen stützen sich die Bremsbacken l (Bild 28) gegen die Köpfe der Druckbolzen 5 und mit den unteren Auflageflächen gegen die im Bremsträger 4 angebrächten Bremsnocken 3 ab. An den Bremsnocken sitzen auf Vielkeilprofilen der freie Bremshebel 7 und mitlaufende Bremshebel 8, die auf der Außenseite des Bremsträgers angebracht sind.
Die beiden Bremshebel sind miteinander durch eine längenverstellbare Zugstange 2 gekoppelt.
Mit dem am Motorradlenker montierten Handbremshebel ist der freie Bremshebel durch einen Bowdenzug verbunden. Bei der Betätigung des Handbremshebels wirkt der Seilzug auf den freien Bremshebel ein, so daß die beiden Bremshebel die Bremsnocken gleichzeitig drehen, wodurch die Bremsbacken gespreizt und gegen die Radbremstrommel gedrückt werden. In ihre Ausgangsstellung kehren die Bremsbacken unter Wirkung zweier Zugfeder 6 zurück.
Um die Abnutzung der Bremsbeläge zu kompensieren, sind in der Bremse konstruktionsmäßig spezielle Nachstelleinrichtungen vorgesehen. Zunächst wird die Bremsbelagabnutzung durch Herausschrauben der Bowdenzugaufnahme 11 ausgeglichen, wodurch die Bowdenzughülle gespannt wird. Im weiteren, wenn die Bremsennachstellung mit der Bowdenzugaufnahme nicht mehr möglich ist, soll diese bis zum Anschlag hineingeschraubt werden. Dann den freien und den mitlaufenden Bremshebel von den Bremsnocken abbauen und - in bezug auf die Bremsnocken entgegen dem Uhrzeigersinn um 10° (um eine Keilnut des Vielkeilprofils) gedreht - wieder anbauen.
Nachher durch Herausschrauben der Bowdenzugaufnahme eine Bremsennachstellung vornehmen. Sollte sich bei weiterem Betrieb die Bowdenzugaufnahme im Maße der Bremsbelagabnutzung für die erforderliche Nachstellung unzureichend erweisen, dann die Bremse auseinandernehmen und die Bremsnocken um ihre eigenen Achsen um 180° gedreht wieder montieren.
Dank dem, daß der Bremsnocken in bezug auf die Achse seines Schaftes unsymmetrisch ist, werden die Bremsbacken in die Stellung gebracht, bei welcher ihre Diametralabnutzung um 3 mm kompensiert wird.
Falls die Bremsbelagabnutzung den genannten Wert unterschreitet, dann ist es noch nicht die Zeit, die Bremsnocken zu drehen, denn dies wird dazu führen, daß die Bremsbacken an der zusammengebauten Bremse in die Radbremstrommel nicht hineinpassen können. Ferner sind Fälle nicht ausgeschlossen, wenn eine Bremsnockenumdrehung um 180° auch ohne vorherige Umstellung der Bremshebel vorgenommen werden kann.
Um die Bremsbelagabnutzung zusätzlich kompensieren zu können, werden ggf. zwischen den Bremsbacken-Druckbolzen und deren Stützen im Bremsträger Paßscheiben gleicher Dicke angeordnet (Ersatzpaßscheiben werden zum Motorrad nicht mitgeliefert).
Die Vorgehensfolge bei der Auseinandernahme der Bremse ist einfach und bedarf daher keiner näheren Erläuterung.
Beim Zusammenbau wie folgt vorgehen: