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Dnepr
Technik / Kolbenbodenkühlung
Beitrag
von Eduard Kurtz aus der Russenboxer-Mailliste
(Fotos folgen)
Hier
ist mal aufgeschrieben, wie es mir vor jahren gelang, die ölspritze einzubauen.
Ziel der arbeiten: bessere kühlung der kolben, haltbarkeit bei hohen upm.
- die üblichen wegbau-
u. zerlegungsarbeiten am motor. motorblock kann im rahmen bleiben, seitenwagen
lockerm.
- pleuel ausbauen,
dabei einbaulage aller teile exakt markieren bzw. notieren. z.b. haben
die pleuel am schaft solche knubbel, welche voneinander weggg weisen
sollen. gleich mal prüfen, ob die pleuel mit gleichen farbmarkierungen
versehen sind (wg. gewicht; klassische rot/grün/schwarz/gelb/braun/blau-kombinationen...)
- die vorhandene
ölbohrung in der kurbelwelle hinterläßt auf der innenseite der lagerschalen
im pleuelfuß eine markante spur. auf dieser linie muß die obere, dem
pleuelauge näher liegende lagerschale, später durchbohrt werden. nachmessen!
- festlegen an welcher
stelle dieser linie die gleitlagerschale durchbohrt werden muß: natürlich
auf halber strecke, also in der mitte zwischen den pleuelschrauben.
- guten hss-bohrer
auswählen. sein durchmesser: an der vorhandenen ölbohrung in der kurbelwelle
orientieren, also ca. 3 oder 4 mm. du nimmst damit noch nicht mal 1/20
der tragenden fläche weg. gleitlager durchbohren.
- dieses (halbe)
gleitlager wieder in pleuel einsetzen und durch die neue bohrung den
pleuellfuß innen markieren. lagerschale weglegen.
- pleuel einspannen
(nicht verbiegen) und mit dem obengenannten hss-bohrer den pleuelfuß,
eventuell leicht schräg nach außen, richtung pleuelauge anbohren. der
bohrer darf nicht abbrechen... der pleuelfuß darf nicht vollständig
mit diesem dicken bohrer durchbohrt werden! ca. 5 material im bohrloch
stehen lassen.
- jetzt wird´s kritisch:
mehrere sehr gute hss-bohrer (ca. 2 mm, besser 1,5 mm durchmesser) bereitlegen.
du mußt jetzt mit diesem dünnen bohrer eine "öldüse" herstellen. d.h.:
aus dieser düse soll später im betrieb des motors ein dünner ölstrahl
aus dem pleuelfuß heraus, parallel zum pleuelschaft, in den kolben hineinspritzen
und den kolbenboden von der unterseite her kühlen.
- du kannst versuchen,
durch die bereits gefertigte bohrung die öldüse herzustellen. ich habe
seinerzeit von außen versucht, also von der oberseite des pleuelfußes
her, die öldüse richtung neugefertigter bohrung voranzutreiben. du mußt
gut schätzen. du mußt die vorher gefertigte bohrung treffen. du mußt
ziemlich genau parallel zum pleuelschaft bohren. das öl muß nachher
den kolben bzw. den kolbenbolzen treffen...
- langsam arbeiten.
überlegen. der dünne bohrer darf auf keinen fall abbrechen und im material
stecken bleiben. bohre nur 2 mm tief, nimm dann den nächsten neuscharfen
bohrer. tiffst du die vorher gefertigte bohrung nicht auf anhieb, kannst
du den dicken bohrer nochmals von unten ansetzen und nachbohren. du
hast ja ca. 5 mm material stehen lassen...
- öldüse fertig,
pleuel komplett zusammenschrauben. digitale briefwaage nehmen. pl.-fuß
und -kopf getrennt wiegen. sind die farbmarkierungen beider pleuel ident,
sind deren gewichte ab werk gleich gewesen. du solltest jetzt durch
deine obige arbeit entstandene gewichtsmäßige ungleichheiten wieder
wegfeilen...
- pleuel in motor
einbauen. kickstarter betätigen. das öl sollte links 2 meter aus dem
motor herausspritzen, rechts ist nur der sw im weg. motor zusammenbauen.
- funktionsweise:
die neue öldüse, bzw. die bohrung im pleuel-lager, streicht bei jedem
OT über die ölbohrung in der kurbelwelle. in diesem verhältnismäßig
winzigem zeitraum spritzt ein ölstrahl auf den kolbenboden, das öl fließt
aus dem kolben in den ölsumpf und führt dabei die wärme aus dem kolben
ab. mal angenommen, je kw-umdrehung spritzt durchschnittlich 1 kubikzentimeter
schmieröl auf den kolben bzw. kolbenboden, so wären das fünf liter öl
(bei 5000 upm je minute), die minütlich auf dem kolben während der arbeit
ausgegossen würden... über so ´ne kühle öldusche (z.b. kühle 120 grad
celsius) würde sich wohl jeder kolben freuen!
- so - das wär´s
zunächst! was haben wir noch vergessen? weiß nicht genau...
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